Heimat- und Trachtenvereinigung “Huosigau” e.V.

Das Ehrenamt – ohne das wäre der Verein heute nicht, was er ist!

Seit 1920 haben sich bereits Menschen mit den gleichen Interessen zusammengetan und gemeinsam andere Leute motiviert den Heimat- und Trachtenverein Dießen / St. Georgen voranzubringen und aufblühen zu lassen. Es wurde gemeinsam geplattlt, gedreht und getanzt, Theater gespielt und viele Auftritte organisiert. All dies würde es nicht geben, wenn nicht immer ein paar sagen würden „Pack ma’s an!“

Im Duden wird das Ehrenamt wie folgt beschrieben: „[ehrenvolles] (besonders öffentliches) Amt, das überwiegend unentgeltlich ausgeübt wird“ (Duden online, 2022). In der heutigen Zeit gibt es immer weniger Menschen, die gerne etwas für andere unentgeltlich tun und für eine Sache Verantwortung übernehmen wollen. Oft zählt nur noch das Materielle in unserer Konsumgesellschaft. Doch warum gibt es nun ein paar, die sich freiwillig und ohne Bezahlung für andere Gleichgesinnte einsetzen?

Eigentlich ist es ganz einfach! Es sind nicht die materiellen „Auszahlungen“, die man hierfür bekommt. Engagiert man sich als Jugendleiter in der Trachtenjugend, kostet das viel Zeit und Energie. Man bereitet die Proben vor, setzt sich zusammen, und überlegt, welchen Ausflug man mit den Familien gemeinsam machen kann. Es gibt Förderanträge zu stellen, Jugendaustausche zu planen und vieles mehr. Doch dann erhascht man Momente bei einem Auftritt oder auch in einer ganz normalen Probe, in denen man bei den Kleineren, aber auch den Jugendlichen merkt: „Hey, es hat gefruchtet!“ Der Tanz, das Musikstück mit Gesang und Orff-Instrumenten als Begleitung hört sich einfach super an, die Kinder haben Spaß und lachen, die Eltern bedanken sich, dass ihre Kinder so gut aufgehoben sind! Dieses Gefühl tut unglaublich gut, die Erfahrungen, die man während des Ausführens eines Ehrenamtes mitnimmt, aber auch was man selbst für sich und sein eigenes Leben lernt, kann einem niemand mehr nehmen. Das Schöne ist, dass man – gerade in der Jugendarbeit – die Kinder und Jugendlichen eine Zeit lang ihres Lebens begleiten darf und dabei auch ein paar Samen setzen darf, die womöglich aufgehen. Man kann ihnen Werte wie Geborgenheit und Brauchtum mit auf den Lebensweg geben und vor allem generationenübergreifende Gemeinschaft. Immer wieder bekommt man zu hören: „Der Trachtenverein ist wie eine zweite Familie!“ Kinder sind immer willkommen, Erwachsene können auch noch zu späterer Zeit dazukommen und die Tänze lernen.

Und so wären wir auch gleich bei den erwachsenen Mitgliedern im Verein. Auch hier geht es nur weiter, wenn sich Menschen dafür einsetzen, die größere Jugend oder die Erwachsenen zu motivieren, ihnen neue Ziele und Tänze schmackhaft zu machen und gemeinsam auf Feste und Ausflüge zu fahren. Das Tolle ist, jeder kann sich in dem Bereich mehr entwickeln, der ihm besonders liegt oder Spaß macht. Sei es einen neuen Plattler gemeinsam zu kreieren, einen neuen Tanz auszuprobieren, neue Figuren zu einem Tanz zu entwickeln, gemeinsam Dirndl zu nähen und und und. Das heißt, keiner muss es so machen wie sein Vorgänger, jeder kann in seinem Ehrenamt seinen kleinen persönlichen Fußabdruck hinterlassen, der den Verein weiterleben lässt und prägt. Und das macht das Ehrenamt so besonders!

Text: © Nadja Lindner

Zitate, warum die Mitglieder des Dießener Trachtenvereins gerne ehrenamtlich tätig sind:

„Ich finde das Ehrenamt toll, weil es Spaß macht, sich in einer Gemeinschaft mit gleichen Zielen zu engagieren. Die sozialen Kontakte und Freundschaften, die sich entwickeln, reichen dabei weit in das Privatleben hinein. Man hilft sich und ist füreinander da. Daumen hoch für das Ehrenamt.“

„Das Ehrenamt ist toll, weil man Sinn für Gemeinschaft entwickelt, die Kraft der Gemeinschaft spürt. Man stellt Dinge auf die Beine, die alleine unmöglich erscheinen und jeder ist von sich heraus motiviert. Die Motivation ist hierbei, nicht Geld oder den Familienstatus zu erhalten. Man spürt die Loyalität und die Leidenschaft.“

„Für mich macht Ehrenamt aus, gemeinsam mit Freunden was zu schaffen. Gleichzeitig bekommt man viel mehr als Geld zurück.“

„Ehrenamt bedeutet für mich, jemandem etwas Neues zu zeigen und zu ermöglichen. Gerade im Ehrenamt mit Kindern und Jugendlichen bekommt man so viel zurück. Ich kann die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und ihnen wuchtige Werte mit auf den Weg geben. Aber man sieht auch, dass unser Verein für den sozialen Umgang sehr wertvoll ist. Zudem kann ich einfach alle Altersgruppen zusammenbringen und für ein Miteinander sorgen.“

„Mir persönlich hat unser Verein sehr viel gegeben. Er ist wie eine zweite Familie für mich. Und das Ehrenamt hat mich in meiner persönlichen Entwicklung sehr weit gebracht. Es hat mich reifer und selbstbewusster gemacht und ich durfte meinen Horizont erweitern und lernen, über meine Grenzen zu gehen. Das Ehrenamt gibt mir persönlich sehr viel!“

Sorgentelefon Ehrenamt
Die Bayerischen Staatskanzlei hat zur Unterstützung bei der Durchführung von Vereins- und Brauchtumsfesten ein „Sorgentelefon Ehrenamt“ eingerichtet. 089/12 22 21 2 Ein „Sorgentelefon Ehrenamt“ gibt es auch schon in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten.